paucoplast ag - carbon in perfektionunternehmencarbon / cfkknow-howdesignnews
paucoplast ag - carbon in perfektion
das entwicklungsteam des heizkörper-bikes
Das Entwicklungsteam des Heizkörper-Bikes
cad-modell
CAD-Modell
herstellung der negativform auf der cnc-fräsmaschine
Herstellung der Negativform auf der CNC-Fräsmaschine
einlegen der carbon-Matten in die negativform
Einlegen der Carbon-Matten in die Negativform
aushärten der laminiterten Halbschalen im autoklav
Aushärten der laminieterten Halbschalen im Autoklav
prototyp im belastungstest
Prototyp im Belastungstest

HOCHSCHULSTUDENTEN BAUEN CARBONBIKE

4 Maschinenbaustudenten der Hochschule für Technik, Rapperswil, entwickelten im Rahmen ihrer Diplomarbeit ein funktionstüchtiges Carbonbike.

Aufgabestellung / Projektziel

Im Team sollte ein vollgefedertes Mountainbike bis zur Nullserienreife entwickelt werden. Der Rahmen sollte aus Carbon und die gefederte Hinterbauschwinge aus Aluminium gefertigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden Prototypen hergestellt und weiterentwickelt. Die Kosten des Projekts mussten über Sponsorengelder abgedeckt werden.

Der Weg zum Ziel führte über folgende Etappen:
– Dimensionierung und Optimierung des Rahmens
– Ermitteln der Rahmenkinematik mit UG-Motion
– Berechnung der Rahmengeometrie mit FEM
– Paralleles Arbeiten an einem komplexen Projekt
– Vorbereitung zur Herstellung / Gespräche mit Herstellern

carbonbike prototyp

Wirtschaftliche Fertigung

Zuerst mussten sich die vier Biker-Freunde mit Faserverbund-werkstoffen vertraut machen. Durch integrale Bauweise sollte die Herstellung vereinfacht und Gewicht gespart werden. Dies gelang mit einem Carbonrahmen aus zwei Halbschalen. Mit FEM-Berechnungen wurden die Rahmengeometrie und die Rahmenkinematik ermittelt und der Materialmix bestimmt. Schwer abschätzbar waren die Beanspruchungen, um das Bike punkto Festigkeit und Steifigkeit korrekt auszulegen. Angepeilt wurde die Zielgruppe Enduro.

Für den Bike-Rahmen wählten sie Prepreg, welches im Autoklaven ausgehärtet wurde.«Die Compositetechnik ist sehr teuer. Den Hinterbau auch in Carbon zu fertigen, wäre unsinnig», erklärt Bikefan Pfyl. «Mit einer Alu-Konstruktion liessen sich die Teile der Hinterbauschwinge spanend bearbeiten und miteinander verschweissen.» Der Hinterbau wurde auf 150 mm Federweg ausgelegt, der Pedalrückschlag errechnet und minimiert. «Da das Bike in extremem Gelände zum Einsatz kommt, gingen wir von relativ hohen Lastkräften aus», so Studienkollege Markus Föllmi. «An den Gelenken des Hinterbaus treten dieselben Kräfte auf wie am Haupt-rahmen, da die beiden Elemente über Zweigelenkstäbe verbunden sind.»

Design

«Mit dynamischen Formen, fliessenden Übergängen und variablen Querschnitten wollten wir den Hauptrahmen so konzipieren, dass der Biker ihn sofort als echten Carbonrahmen erkennt», so Thomas Tischhäusler.

Herstellung in die Konstruktion einbeziehen

Bei jedem Entwicklungsschritt musste die Crew der industriellen Umsetzbarkeit und dem Kostenrahmen Rechnung tragen. Für rund 100 Einzelteile und Arbeitsgänge mussten geeignete Maschinen und Spezialisten gefunden werden. «Oft durften wir die Infrastruktur dieser Unternehmen benutzen», erinnert sich Urs Bruhin. Besonders regionale KMU hatten für ihr Anliegen ein offenes Ohr.

So wurde auch die PaucoPlast AG in Altendorf kontaktiert, auf welche das Team bei der Internet-Suche nach einem Compositehersteller gestossen war.

«Ich war fasziniert, mit welcher Entschlossenheit und mit wie viel Durchhaltewillen die Studenten ans Werk gingen», betont Firmenchef Paul Pfenninger. Er stellte den künftigen Ingenieuren nicht nur den Carbonrahmen günstig her, sondern half auch mit wertvollen Tipps. Die Haba AG in Cham stellte dem Team spontan hochfestes, teures Spezial-aluminium zur Verfügung. Für das Schweissen der Alu-Teile sprang die Stutz Schweisstechnik in Hinwil ein.

Heizkörper-Hightech

Im Oktober 2004 war es so weit: Zwei Prototypen standen bereit, um in Tests die Betriebs- und Materialsicherheit zu beweisen. Es galt, Labormessungen durchzuführen sowie Steifigkeitswerte, Geometrie- und Kinematikdaten zu sammeln. Verschiedene Dauertests nach DIN waren angesagt. Die Belastungstests führte die velotech.de GmbH in Schweinfurt durch.

Praxistests

Der ehemalige Radrennfahrer Ruedi Hafner anerbot sich, die Leistungsfähigkeit des 13.5 kg leichten Bikes mit zwei Radfahrerkollegen in unterschiedlichem Gelände einen Tag lang zu testen. Ihr Urteil fiel positiv aus. «Die Hinterbaufederung des Bikes spricht sensibel auf kleinste Unebenheiten an. Das Bike ist ergonomisch und sicher», kommentierte Ruedi Hafner. «Der grosse Federweg bietet im Gelände viel Komfort, ohne die Steigfähigkeit an Steilhängen zu beeinträchtigen, keine Selbstverständlichkeit für ein Endurobike.» Etwas nachteilig wirkte sich die hecklastige Sitzposition aus. Sie vermindert, den Vortrieb in der Ebene und entlastet bergauf das Vorderrad zu stark – ein Mangel, den das Team noch beheben will. «Noch sind konstruktive Anpassungen erforderlich. Aber es ist erstaunlich, wie die Equipe ohne jegliche Erfahrung, ein derart tolles Bike bauen konnte.»

Fit für die Zukunft

«Der Weg zum Erfolg war kein Spaziergang. Es brauchte eine tüchtige Portion Einsatz», hält Markus Föllmi Rückschau. «Die meisten Kollegen hielten uns für verrückt, dass wir zu viert eine Diplomarbeit anpackten, die uns beinahe ein Jahr lang alles abverlangte.» Doch das «Nicht-locker-Lassen» erschloss den Technikfreaks die nötigen Ressourcen. «Um Mittel zu beschaffen, muss man etwas Konkretes auf den Tisch legen», konstatiert Urs Bruhin. «Oft mussten Teile nachbearbeitet werden, was den Terminplan gefährdete. Dann wiederum bangten wir um die nötigen Finanzen», blickt Marc Pfyl zurück. «Im Umgang mit all diesen Problemen lernten wir ebenso viel wie durch das Konstruieren selbst.»

2005 soll das Bike als Marke «Heizkörper» zur Nullserienreife gebracht werden. Anschliessend ist geplant, das Bike mit geeigneten Partnern auf den Markt zu bringen.

deutsch   english   français
paucoplast ag - carbon in perfektion
PaucoPlast AG
Talstrasse 14
8852 Altendorf
Fon +41 55 451 11 44
Fax +41 55 451 11 49
info

Hochschulstudenten bauen Carbonbike
Carbontisch